„Der Mensch erscheint im Holozän“ nach Max Frisch

Im Riss wird plötzlich alles offensichtlich

»Begonnen hat es …«, sagt Ulrich Matthes, und schon fällt der Vorhang wieder. Die neue Spielzeit eröffnet das Deutsche Theater Berlin mit einer poetischen, leisen und doch eindringlichen Inszenierung von Max Frischs Erzählung Der Mensch erscheint im Holozän. Es ist die erste Regiearbeit, die Thom Lutz für das Deutsche Theater realisiert hat und hoffentlich der Anfang einer langen Arbeitsbeziehung. Weiterlesen

Born Digital

Unsere digitale Zukunft zwischen Forschung und Science Fiction
Die jungen Menschen des Jugendclubs Born Digital sind allesamt Digital Natives. Digital Natives, das sind all jene, die in unser digitales Zeitalter hineingeboren wurden und vollkommen selbstverständlich mit dem Internet, Computern und Smartphones aufgewachsen sind. Born Digital widmet sich in dem gleichnamigen Stück, das am 2. Juni 2016 im Deutschen Theater Berlin Premiere feierte, der Frage, die das „digitale Leben“ unsere Identität und unser Dasein verändert. Weiterlesen

„Berlin Alexanderplatz“ nach Alfred Döblin

dreht sich im Kreis

Viel Geduld verlangte Sebastian Hartmann dem Publikum bei der Premiere seiner Inszenierung von Berlin Alexanderplatz am 12. Mai 2016 am Deutschen Theater Berlin ab. Nicht nur die monumentale Länge der Inszenierung von viereinhalb Stunden riss gewaltig am Geduldsfaden, auch szenisch vernachlässigte, als „abstrakt“ getarnte Szenen ließen jede Pause zur Fluchtmöglichkeit werden. Weiterlesen

„Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße. Ein Schauspiel in vier Jahreszeiten“ von Peter Handke

Eine ganze Welt erzählen oder Das Prinzip Landstraße

„Kommen lassen erst einmal die Szenerie: Und da kommt sie, da erscheint sie, da fliegt sie mich an, da erstreckt sie sich, die Landstraße, vorderhand leer. Und indem ich mir das laut vorerzähle, ist die Straße auch schon bevölkert mit mir, der ICH am Rand der Straße daherschlendere, mit ausgreifenden, epischen Schritten, vorderhand allein.“ Dem Gestus dieses Ich-Erzählers folgend entrollt sich über die Bühne  eine Straße, geht ein Himmel auf, bricht eine marode Bushaltestelle aus den Bühnenbrettern hervor, wie von Zauberhand. Und doch ist es keine Zauberei, sondern schlicht die Macht des Wortes: Das Erzählte verfestigt sich zur erzählten Wirklichkeit.

Peter Handkes neues Stück Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße. Ein Schauspiel in vier Jahreszeiten (2015) handelt vom Erzählen selbst und es handelt, natürlich, von der Sprache. In einer Koproduktion mit dem Burgtheater Wien ist Claus Peymann eine kongeniale Inszenierung dieses bemerkenswerten Textes gelungen. Die Uraufführung feierte am 1. Mai 2016 im Berliner Ensemble Deutschland-Premiere. Weiterlesen

Bonding – Eine Zwangsgemeinschaft von den Aktionist*innen

Die Macht der Fragen

Bonding – Eine Zwangsgemeinschaft

So der martialisch anmutende Titel einer Stückentwicklung des Jugendtheaterklubs Die Aktionist*innen, die am 28. April am Maxim Gorki Theater Premiere feierte. Die Zwangsgemeinschaft, um die es hier geht, ist die eigene Familie. Doch entgegen der Erwartung einer Abrechnung mit Bevormundung, Abhängigkeit und Vertrauensverlust, klingen darin ganz zärtliche Zwischentöne an. Weiterlesen

Movimentos-Festwochen der Autostadt Wolfsburg 2016

Die Liebe zur Kunst

von Magdalena Sporkmann

Die diesjährigen Movimentos-Festwochen (2.April-10. Mai) der Autostadt Wolfsburg stehen im Zeichen der Liebe. Neben sämtlichen Spielarten der Liebe, die dabei thematisch berührt werden sollen, drückt sich für das Publikum vor allem unüberhörbar und nicht zu übersehen die Liebe der eingeladenen Künstler zu ihrer Kunstform aus.

Um nur wenige Beispiele zu nennen, seien an dieser Stelle die Deutschlandpremiere am 8. April von Y Olé! des Choreografen José Montalvo vom Théâtre National de Chaillot in Paris, die Matinée des Bouchkov Trios und die Soirée mit Harriet Krijgh am 10. April vorgestellt. Weiterlesen