Berliner Schnauze – Eröffnung des neuen MundART & Comedy Theaters an der Berliner Karl-Marx-Allee

MARGA Bach eröffnet MundART & Comedy Theater an der Berliner Karl-Marx-Allee

Foto: Norbert Schultz/MARGA Bach, promo

Stirbt der Berliner Dialekt aus? Dies sucht jedenfalls die Berliner Kabarettistin und Sängerin MARGA Bach zu verhindern und wagt einen mutigen Schritt: Am 1. September 2018 eröffnet sie mit einem Mix von Berliner Typen das neue MundART und Comedy Theater Berliner Schnauze an der Karl-Marx-Allee 133 in Berlin-Friedrichshain. Eine Bühne für alle, die diesen frechen Dialekt lieben und gern lachen.

Ihr zur Seite steht eine Handvoll Berliner Mimen, die den Berliner Dialekt ebenfalls mit der Muttermilch aufgesogen haben. Während der Premieren-Woche vom 1. bis 7. September 2018 stellen sie gemeinsam allabendlich (bis auf Dienstag) Auszüge ihrer Programme vor: Theaterleiterin MARGA Bach, Sabine Genz (u.a. Atze Musiktheater, Kabarett Kartoon, Charly M), Sigrid Grajek (u.a. Claire Waldoff, Coco Lorès), Franziska Hausmann (u.a. Kabarett Kartoon, Charly M), Natascha Petz (u.a. Womedy, Triolen-Kompott), die Travestiekünstler Red Shoe Boys (Thomas Schwabe und Peter Kohn), Thomas Schmitt vom Liedkabarett-Duo MTS und Norbert Schultz (Kabarett Lachgeschäft/Gera). Für die Moderation in der Premierenwoche sorgt der Schauspieler Klaus-Peter Grap und am Piano sitzt Wolfram Lauenburg.

Das ehemalige Kabarett Charly M mit seinen schönen Messing-Portalen – direkt neben dem Kino Kosmos gelegen – hat MARGA Bach in ein gemütliches Wohnzimmertheater im Alt-Berliner Stil verwandelt. Auf 80 Plätzen erwartet die Besucher eine unterhaltsame Mischung aus Kabarett, Comedy, Musik, Tanz und Gesang nach Berliner Art: große Klappe, kesse Sprüche, durchaus auch mal deftig und anzüglich – Berliner Herz mit Schnauze eben!

Gespielt wird täglich außer dienstags, die Tickets kosten einheitlich 24 Euro und sind erhältlich an Theaterkassen, per Mail an berliner-schnauze-theater[at]gmx.de oder telefonisch unter 0179 53 466 96. Die Premiere am 1. September 2018 ist nicht im Verkauf.

MARGA Bach

Die geborene Berlinerin beschreibt sich selbst so: Jahrgang: gut gereift, Größe: noch 1,71 m, Haarfarbe: u.a. mittelblond, Augenfarbe: meistens blau. Dass sie aufgrund ihrer Körperfülle und Stimme oft mit der legendären „Henne“ verwechselt wird, fand schließlich Eingang in ihr Hahnemann-Programm „Frech wie Rotz“ (mit Norbert Schultz). Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist sie mit ihren diversen Solo-Programmen in Berlin und bundesweit auf Tour und bespielt(e) auch Berliner Bühnen wie das Kabarett „Die Kneifzange“, „Kabarett Kartoon“, „Die Stachelschweine“ oder den „TRÄNENPALAST“. Sie war Mitglied des Fontane-Ensembles und erhielt den Fontane-Förderpreis, übernahm die Hauptrolle der Frau Matschinke in „Die Metropole-Das Berlin-Musical“ und man sieht sie gelegentlich auch in kleinen TV-Rollen und Werbespots. http://playbach.de/

Advertisements

Im Herzen der Gewalt von Édouard Louis

Im Herzen der Gesellschaft

Erst kurz vorm Schluss wird die brutale Tat gezeigt: Ein Mann würgt einen anderen Mann mit einem Schal, fesselt und vergewaltigt ihn dann. Bis der Zuschauer Augenzeuge dieses Verbrechens wird, hat er jedoch bereits knapp zwei Stunden lang verschiedenen Erzählungen der Tat zugehört. Nichtsdestoweniger sind die Minuten, in denen sie dann wirklich auf der Bühne stattfindet, eine Qual. Im Herzen der Gewalt lautet der treffende Titel dieser Bühnenadaption des gleichnamigen autobiografischen Romans von Édouard Louis. Das Stück feierte in einer Inszenierung von Thomas Ostermeier am 3. Juni 2018 seine deutschsprachige Erstaufführung an der Schaubühne Berlin. Weiterlesen

Lö Grand Bal Almanya von Nurkan Erpulat

Deutsche Lieder

„Wir sind jetzt hier, weil wir damals gekommen sind“, kalauert Sesede Terziyan in der Rolle einer Deutsch-Türkin, die (oder deren Vorfahren) in den 1960er Jahren als Gastarbeiterin nach Deutschland gekommen ist. Sie ist eine von vielen, die als kunterbuntes Ensemble (Kostüme: Pieter Bax) von den skurrilen und traurigen Erfahrungen der türkischen Gastarbeiter und ihrer Nachfahren in Deutschland erzählen.

Autor und Regisseur Nurkan Erpulat zeichnet in Lö Grand Bal Almanya ein Psychogramm von „57 Jahren Scheinehe“ zwischen Deutschen und Türken. Diese Neuinszenierung feierte am 25. Mai 2018 im Maxim Gorki Theater Berlin Premiere.

Weiterlesen

The Encounter von Complicité/Simon McBurney

Erzähle ihnen, dass wir wirklich existieren.“

The Encounter ist die von Complicité/Simon McBurney inszenierte Begegnung mit dem Stamm der Mayoruna im Amazonasdelta. Die Koproduktion von Complicité mit dem Edinburgh International Festival, dem Barbican London, dem Onassis Cultural Centre Athen, der Schaubühne Berlin, dem Théâtre Vidy Lausanne und dem Warwick Arts Centre feierte am 17. Mai 2018 in der Schaubühne Berlin seine Deutschlandpremiere und verführte das Publikum zu Standing Ovations. Weiterlesen

Endstation Sehnsucht von Tennessee Williams

In Elysischen Gefilden

Zwischen hochsymbolischen Orten wie ihrem Zuhause namens Belle Rêve und einem Ort, der sich sarkastisch „Elysische Gefilde“ nennt, und irgendwo kurz vor der Endstation Sehnsucht und dem Friedhof liegt, entfaltet sich der unaufhaltsame Abstieg der Blanche DuBois. Michael Thalheimer inszeniert ihn am Berliner Ensemble in Endstation Sehnsucht als das Anfliegen eines zarten weißen Schmetterlings gegen einen Orkan, der ihn unweigerlich irgendwann gegen die Wand drücken wird. Dieses viel gespielte Stück von Tennessee Williams über zerstörerische und selbstzerstörerische Tendenzen, kondensiert in Thalheimers Inszenierung zu einem Strom eindringlicher Dramatik. Die Premiere fand am 21. April 2018 statt. Weiterlesen

Draufgängerinnen. All Adventurous Women Do von Tanja Šljivar

Sieben auf einen Streich

Fünf Tage hat die Klassenfahrt nur gedauert, aber sieben Mädchen kehren schwanger von ihr zurück. So geschehen 2014 in Bosnien und Herzegowina. Infolgedessen ging ein Aufschrei von Eltern und Erziehern durch die Medien, denn Teenager-Schwangerschaften waren längst keine Seltenheit mehr. Es wurde über Sexualkunde in der Schule und Aufklärung Zuhause gesprochen. Über die sieben Mädchen, die schwanger von ihrer Klassenfahrt zurückkehrten, wurde vor allem gemutmaßt und geurteilt. Sie selbst kamen jedoch nicht zu Wort.

Die Autorin Tanja Šljivar gibt ihnen in Draufgängerinnen. All Adventurous Women Do eine Stimme. Das Stück wurde am 15. April 2018 im Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Salome Dastmalchi uraufgeführt. Die sieben Darstellerinnen und Darsteller des Jungen DT lassen dabei einen vielstimmigen Chor erklingen, der vehement das Recht auf Selbstbestimmung einfordert und die Kraft dafür aus der Gemeinschaft, einer Gemeinschaft der Ungehörten, zieht. Weiterlesen