Theaterkritiken Berlin zieht um!

Ich freue mich darauf, meine Leser*innen ab sofort auf meinem neuen Blog zu begrüßen.

Theaterkritiken Berlin

www.theaterkritikenberlin.de

„Yes, we tortured some folks!“ von und mit Halina Martha Jäkel

Rhetorische Widerwärtigkeiten

Auf der Bühne wird Barak Obama von Donald Trump, dem „blondgelockten Fiebertraum“ in goldener Paillettenrobe abgelöst. Sodann verfolgt Trump sein „Projekt rhetorischer Widerwärtigkeit“. Als Gesprächspartner lässt er sich eine kokett-dümmliche Judith Butler und einen bis zur Unverständlichkeit schwafelnden Slavoj Žižek per Facetime zuschalten. Es geht um Folter, Sexismus und Angst. Weiterlesen

status quo von Maja Zade

Dominanz und Unterwerfung

Flo heißt eigentlich Florian. Doch die Verniedlichung seines Namens ist nur der Anfang seines Schrumpfens. In einer Welt, in der die Frauen an der Macht sind und in der der Mann das Objekt der Begierde und auch der Diskriminierung – im Häuslichen wie Beruflichen – ist, wird Florian um einiges zurechtgestutzt.

Diese Welt der verkehrten Machtverhältnisse zwischen Männern und Frauen hat Maja Zade in ihrem Stück status quo geschaffen, das am 18. Januar 2019 an der Schaubühne Berlin unter Regie von Marius von Mayenburg uraufgeführt wurde. Weiterlesen

Ballroom Schmitz

Verschmitztes

Verschmitztes – anders kann man die irre Suche nach Bernhard ‚Bernie‘ Schmitz, Weg und Ziel der Live-Radiosendung Ballroom Schmitz (Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht) im Berliner Ensemble, nicht bezeichnen. Die Show ist wie ihr Namensvetter selbst: ein bisschen schlüpfriger Altherrenhumor, noch mehr originelle Witze und ein Hit am anderen, gewürzt mit viel Selbstironie. Weiterlesen

Die Wiederholung von Milo Rau

Die Gewalt des Zuschauers

„Was ist das Extremste, das du je auf der Bühne getan hast?“, wird ein Schauspieler im Casting gefragt. Er antwortet auf diese Frage mit einer Geschichte, die ihn beeindruckt hat: Ein Schauspieler betritt die Bühne mit einem Stuhl. Diesen platziert er unter eine Schlinge, die von der Decke hängt. Dann steigt er auf den Stuhl und legt sich die Schlinge um den Hals. Er werde jetzt den Stuhl wegstoßen und sich dann an dem Seil festhalten, damit es ihn nicht erdrosselt, erklärt er dem Publikum und fügt hinzu, in der Probe habe er es höchstens 20 Sekunden lang geschafft, sich festzuhalten. Dann stößt er den Stuhl um … und übergibt damit dem Publikum die Entscheidung über sein Leben und seinen Tod. Wird es einfach sitzen bleiben und zuschauen, wie er stirbt oder wird es aktiv werden und ihn retten?

Milo Rau stellt sich in Die Wiederholung der Frage nach der Rolle, die der Akt des Zuschauens im Theater spielt, vor allem, wenn es um die Darstellung von Gewalt auf der Bühne geht. Damit eröffnet er die Reihe »Histoire(s) du théâtre«, eine spielerische Langzeituntersuchung der ältesten Kunstform der Menschheit. Die Wiederholung feierte am 1. September 2018 in der Schaubühne seine Deutschlandpremiere. Weiterlesen